Montag, 17. Juni 2013

Bei Dr. Josephine Chaos scheint der Name…

… Programm zu sein, denn die Assistenzärztin der Gynäkologie ist zum vierten Mal schwanger, ungewollt. Mit Witz, Charme und Esprit erzählt nun eben diese Frau  in “Dann press doch selber, Frau Dokta!” aus ihrem Klinik-Alltag. Dass es sich dabei um eine wahre Geschichte handeln soll, kann man sich kaum vorstellen. denn Josephine ist das gelebte Chaos und damit das perfekte weibliche Oberhaupt der Chaos-Familie.

Obwohl Josephine alles bis ins Letzte plant und sich nicht beirren lässt, wird nicht nur der Mutterschutz zu einer äußerst heiklen Angelegenheit.

Ich habe die Geschichte als Hörbuch gehört und muss sagen: “Das war absolut die richtige Entscheidung!” Denn Annette Frier durchlebt das Leben Josephines und schlüpft in ihre Rolle. Das Ganze passt perfekt zusammen.

Als Buch ist diese Geschichte vielleicht lustig und schön zu lesen, durch Annette Frier wird das ganze noch lebendiger, da sie einen in die Geschichte wirklich hineinzieht und man ihrer genialen Lesart einfach nicht entkommt. Ich habe selten so gelacht, wie bei diesem Hörbuch. Annette Frier, die vielen als Danni Lowinski bekannt sein dürfte, gibt dem Hörbuch eine Seele.

“Dr. Josephine Chaos ist ein Pseudonym. Die Gynäkologin wurde ungeplant schwanger (mehrfach), ist lange verheiratet (glücklich) und arbeitet für ihr Leben gern in einer mittelgroßen Klinik irgendwo in Deutschland. Und wenn gerade mal keine Patientin in den Wehen liegt oder die Kinder in der Schule sind, bloggt sie, was ihr chaotischer Alltag hergibt, auf http://www.josephinechaos.wordpress.com.” (Zitat von Fischer)

Freitag, 14. Juni 2013

Die Lesung von und mit Andrea Sawatzki …

… gestern Abend war großartig und voll. Das Tortenstück im HCC Dortmund war fast ausverkauft und die Stimmung  war gut. Bereits im Foyer hatten einige Zuschauer der Lesung Andrea Sawatzki bei ihrer Ankunft gesehen. Dann folgte die Öffnung des Saals.

Mithilfe der Eintrittskarten war der eigene Platz auch schnell gefunden, sodass die Lesung beginnen konnte. Ein Moderator betrat die Bühne und fragte einiges zur Entstehung des Buches.

Dann las Andrea Sawatzki einige Abschnitte aus ihrem Buch “Ein allzu braves Mädchen” Wer meine Rezension gelesen, der wer wird sich erinnern, das ich das Buch als sehr nüchtern empfand. Der Leser bleibt in vielen Passagen außen vor. Dass dieser Stil so von der Autorin erwünscht und beabsichtigt ist, wird deutlich, wenn man sie auf einer Lesung erlebt.

Einen kleinen Einblick gibt sie jedoch auch in den zahlreichen Interviews, die Andrea Sawatzki zu ihrem Debütroman gab und immer noch gibt. In allen Interviews merkt man ihr jedoch an, wie nah ihr dieser, ihr eigener, Debütroman geht.

Das spätere Signieren der Bücher und Hörbücher am Büchertisch der Mayersche machte der Autorin sichtlich Freude. Sie wirkte gut gelaunt und strahlte. Das so viele Gäste diese Lesung besuchten, hatte sicherlich auch einen Anteil hieran.

Donnerstag, 13. Juni 2013

Gute Bücher sind authentisch und reißen ...

... ihre Leser mit, sagt man oftmals. Doch was ist, wenn ein Buch, das der Phantasie entsprang, derart realistisch ist, das es den Leser bereits nach 21 Seiten so sehr in seinen Bann zog, dass man es nicht mehr aus der Hand legen möchte und es sogar mit der Realität vergleicht?
Ein solches Kunststück gelang der Autorin Andrea Sawatzki, die ich heute Abend in einer Lesung erleben darf, bereits bei ihrem Debütroman "Ein allzu braves Mädchen". Der Roman selbst erzählt von einer Frau, die in eine Psychiatrie eingeliefert wird nachdem sie aufgefunden wurde.
Kurze Zeit später wird die Leiche eines Mannes gefunden. Nackt, im Schlafzimmer seiner Villa, mit einer scharfkantigen Waffe ermordet. Währenddessen beginnt die geheimnisvolle Frau in der Psychiatrie zu reden. Sie erzählt der Psychiaterin Teile ihres Lebens. Diese Teile ziehen den Leser immer tiefer in die Geschichte hinein. Doch schon bald muss sich der Leser des Buches fragen, wie viel "fiktive Realität" in den Erzählungen steckt. Der Schreibstil, in dem Andrea Sawatzki diese Geschichte erzählt, lässt sich als nüchtern-distanziert beschreiben. Ihr Erzähler erscheint allwissend und doch scheint er unbeteiligt zu sein.
Die im Buch beschriebenen Szenen erinnern mich persönlich insbesondere in Hinblick auf ihre Emotionalität stark an eine Sammlung von Zeitungsartikeln, obwohl es vom Aufbau her tatsächlich kurze Szenenbilder sind. Wer sich bei diesem Buch das Kopfkino wünscht, wird enttäuscht sein, da es eher wie ein Theaterstück wirkt: Spotlight auf eine Szene, Cut, Spotlight auf eine neue Szene. Übergangslos.
Die beschriebenen Ausschnitte zeigen glaubwürdige und an der Realität orientierte Darstellungen des Alltags in einer Psychiatrie. Die einzelnen Kapitel sind kurz und auf das Wesentliche reduziert. Die plakative Erzählweise von Andrea Sawatzki überzeugt durch ihre Deutlichkeit. Absolut schnörkellos und in sich stringent erzählt sie die Geschichte ihrer Protagonistin. Dennoch bleibt der Leser in vielen Fällen außen vor, gerade auf der emotionalen Seite.
Die Geschichte überträgt sich nicht aufgrund ihres emotionalen Reichtums auf den Leser. Gerade die Nüchternheit der Erzählweise verstärkt den Effekt, die Empfindungen der Protagonistin selbst zu durchleben. Dieses Buch geht unter die Haut und lässt seinen Leser aufgewühlt zurück.

Weil Bildung in allen Schichten mir wichtig ist,...

... unterstütze ich die Kampagne "Gib Bildung deine Stimme" gerne. Ich finde es wichtig, dass alle Kinder und (später)e Erwachsene unabhängig von (sozialer) Herkunft und finanziellen Möglichkeiten eine gute Chance auf Bildung haben.



Der Clip WIR SIND VIELE. Gib Bildung deine Stimme! rüttelt auf gegen Missstände und Ungerechtigkeiten im Bildungssystem. Als zentrale Massnahme der Social media Kampagne soll er dazu aufrufen, auf www.bildungsflash.de mit einem Klick eine Stimme für bessere Bildung und mehr Chanchengerechtigkeit abzugeben.

Montag, 10. Juni 2013

"Das Geheimnis der "Maori-Frau" macht ...

... Lust auf Neuseeland und erzählt auf unterhaltsame Weise eine Familiensaga zweier neuseeländischer Familien. Natürlich geht es darum, ein Familiengeheimnis aufzudecken. Normalerweise ist es eben jenes, wovor ich zurückschrecke, da ich "Familiensagen" (damit meine ich keine historischen Romane) oft als leicht angestaubt erlebe. Vielleicht eine Frage des Alters...
In diesem Fall wurde ich positiv überrascht, denn nichts war angestaubt. Aber lest selbst erst mal worum es geht und entscheidet:
Um sich und ihre Kinder vor ihrem kriminellen Ex-Mann zu schützen, zieht Shelly Makepeace von Los Angeles in die Kleinstadt Aorakau Valley in Neuseeland. Ihre Kinder Kim und Will sind zunächst alles andere als begeistert, da sie die Beweggründe ihrer Mutter nicht kennen. Shelly wiederum will diese auch zunächst gar nicht groß erläutern. Sie möchte beziehungsweise muss weg und ihre Kinder sollen ihrer Entscheidung folgen. Wen wundert's da, dass Ärger vorprogrammiert ist? Doch das ist nichts Shellys größtes Problem, denn die Bewohner von Aorakau Valley, der Stadt ihrer Ahnen, behandeln die Neuen wie Aussätzige. Was  nicht zuletzt an den Woods liegt, die eine Familienfehde führen und unbedingt in den Besitz der Makepeace-Farm gelangen möchten. Shelly selbst versucht alles um sich in der Kleinstadt ein neues Leben aufzubauen und erhält Hilfe von unerwarteter Seite. Doch immer wieder gibt es Schatten der Vergangenheit ...
Danielle Stevens erzählt diese Geschichte vor der Kulisse Neuseelands und schafft somit bereits eine erstklassige Atmosphäre. Nirgendwo sonst könnte sich die Geschichte so ereignen. Der Autorin gelingt es den Leser in eine ganz neue Welt zu entführen und verzaubert ihn mit den Lebensweisheiten der Maori.
Sprachlich ist das Buch angenehm zu lesen. Wer jedoch hochtrabende Literatur á la Buddenbrocks- die ja auch eine spannende Familiensaga sind- erwartet, ist hier auf dem Holzweg. Das Buch ist locker, leicht und es lädt dazu ein, vom Sommer zu träumen. Eine absolute Leseempfehlung für all jene, die auf der Suche nach einer Zwischendurch-Sommer-Lektüre für Sommerabende auf dem Balkon oder im Garten sind.
 

Sonntag, 9. Juni 2013

Ein Buch habe ich gestern beendet und ein …

… anderes begonnen. Es handelte sich hierbei um “Opfer” von Cathi Unsworth. Ich hatte es bereits im März einmal angelesen, kam aber nicht so wirklich  in das Buch hinein. So legte ich es zunächst zur Seite und las etwas anderes, da ich es gar nicht schätze, wenn ein Buch darunter leidet, dass ich keinen Zugang finde.

Nun habe ich es mir noch einmal vorgenommen und bereits 50 Seiten gelesen. Zwar hatte ich nach dem ersten Eindruck etwas anderes erwartet, aber es lässt sich gut lesen. Anfangs sind die unterschiedlichen Perspektiven etwas gewöhnungsbedürftig, da es zum einen eine zeitliche Differenz existiert, andererseits aber auch andere Protagonisten. Das diese zwei Ebenen miteinander korrespondieren nützt zu Beginn recht wenig. Da man nur eine Verbindung ziehen kann.

Die Geschichte besteht somit zu Beginn aus zwei Erzählsträngen, die im Verlauf miteinander verknüpft werden. Ich als Leser werde somit in eine Geschichte hineingezogen, die am Anfang nur einen geringen Spannungsbogen aufweist. Dennoch ist sie sehr interessant und ich freue mich darauf es weiter zu lesen.

Morgen erwartet euch erst einmal die Rezension zu “Das Geheimnis der Maori-Frau”.

Sonntag, 2. Juni 2013

“Gefallene Blüten” von Clementine Skorpil …

… spielt im Shanghai des Jahres 1926. Pflaumenblüte, die als Konkubine arbeitet, gilt als Hauptverdächtige in einem Mordfall. Ihre Großmutter Ai Ping, die sie bereits sucht, da sie sie schrecklich vermisst, kann dieses nicht glauben und stellt Nachforschungen an. Hierbei gerät sie tiefer in den Sumpf der Machenschaften der Kolonialherren.

Clementine Skorpil gelingt es die Historie Shanghais mit ihrer fiktiven Geschichte um Pflaumenblüte und Ai Ping zu verknüpfen. Der Leser erfährt so neben dem Krimi einiges über die Geschichte Chinas und Shanghais.

Shanghai 1926

Die europäischen Kolonialherren haben die Stadt in Verwaltungszonen aufgeteilt. Fabriken schießen aus dem Boden, Triaden beherrschen die Straßen, der Opiumhandel blüht. Da trifft eine ehrwürdige alte Frau vom Lande ein, um nach ihrer verschollenen Enkelin zu suchen. Die Spur führt zu den Kurtisanenhäusern, ins Reich der »wilden Hennen« von Shanghai, doch dann verliert sie sich plötzlich. Hängt das Verschwinden der schönen Pflaumenblüte mit dem ermordeten Komprador Liu Er zusammen? Die starrköpfige Großmutter lässt nicht locker. Sie betraut einen aufmüpfigen Studenten mit Nachforschungen und legt sich dabei arglos mit mächtigen Widersachern an …” (Quelle: Ariadne bei Argument)

Mir persönlich hat das Buch gut gefallen. Die Handlung überzeugte mich und es gefiel mir sehr, dieses Buch gelesen zu haben. Trotzdem kann und möchte ich es nicht uneingeschränkt empfehlen, da dieses Buch nur von jenen Lesern gelesen werden sollte, der sich für die Gesellschaft Chinas interessiert. Wer hingegen nur gerne Krimis liest, sollte dieses Buch besser nicht lesen, da sich die eigentliche Spannung die Beschreibung der damaligen Gesellschaft ergibt. 

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