Sonntag, 27. Juli 2008

"Jenny-Mädchen sind besser" von Brinx und Kömmerling

Der Jugendroman „Jenny – Mädchen sind besser“ von Thomas Brinx und Anja Kömmerling beschreibt das Leben eines Mädchens, das sich selbst beweisen muss: „Mädchen sind besser“.

INHALT

Die Klassen 6a und 6 b sind in den Lehrwald gefahren. Jenny, Zora und Jana hören das ängstliche Maunzen einer Katze. Vier Jungen stoßen zu ihnen und provozieren Jenny auf den Baum zu klettern. Wer konnte auch schon ahnen, dass diese Aktion in einem Feuerwehreinsatz
endet?
Jenny beschließt sich an den Jungs zu rächen und schleust sich als Johann in die Clique ein. Johann, so Jennys Plan, kann alles besser als die echten Jungs. In der Clique selbst erkennt Jenny, dass Jungseben auch nur Menschen sind und, dass niemand perfekt ist. Sie lernt
hinter die Fassaden zu schauen und sieht Familienprobleme. Am Schluss lernt sie, dass Rache nichts Schönes ist und verliebt sich sogar in Finn. Durch ihre eigene Rolle Johann macht sie die Dinge unnötig kompliziert. Eine Lösung für das Chaos gibt es nicht, denn wenn sie Johann aufgibt, verliert sie Finn.

Doch das ist nicht das einzige Chaos, denn Jenny hat mit ihren Erzfeindinnen Flöte und Geige gewettet,welche Klasse bei dem Sommerfest mehr Geld für das jeweilige Patenkind einnimmt. Fällt ihr noch eine Lösung ein um diese schwachsinnige Wette zu gewinnen oder muss sie den beiden Musikerinnen wirklich die Schuhe putzen? Möchtet ihr wissen wie die ganze Verwirrung endet? Lest selbst!

ANJA KÖMMERLING

Anja Kömmerling wurde 1965 in München geboren und ist dort auch aufgewachsen. Nach dem Abi machte eine Friseurlehre. Da ihr dieser Job keinen Spaß machte, brach sie die Ausbildung ab und ging für ein Jahr nach Barcelona. Nach ihrer Rückkehr begann sie ein Germanistik-, Film-
und Politikstudium in Frankfurt. In dieser Zeit machte sie bei einem Praktikum ihre erste Bekanntschaft mit dem Kinderfernsehen.

THOMAS BRINX

Thomas Brinx wurde 1963 in Wesel geboren. Er ist in Ringenberg am Niederrhein groß geworden. Sein größtes Hobby war Fußballspielen. Das Abitur schaffte er nebenbei mit links und ging nach seinem Abitur nach Landshut, um Keramiker zu werden.

Anja Kömmerling und Thomas Brinx lernten sich 1988 in einem Südfrankreichurlaub kennen. Seit dieser Zeit schreiben sie zusammen Geschichten. Zuerst für das Radio. Dann
schrieben für die Augsburger Puppenkiste und jetzt vor allem fürs Fernsehen, aber auch einige Kinder- und Jugendbücher waren schon dabei. Heute lebt Anja Kömmerling in Düsseldorf und Thomas Brinx in Bonn.

MEINE MEINUNG

Fazit: „Jenny – Mädchen sind besser“ ist ein Roman, der nicht nur die erste Liebe als Thema hat, sondern sich auch mit typischen Rollenklischees kritisch auseinander setzt. Oftmals sind die
dargestellten Situationen wirklich sehr profan dargestellt, sodass viele Sachen vorhersehbar wirken.
Besonders schön fand ich die Charakterisierungen Jennys, die sich durch das ganze Buch hindurch ziehen und Jenny aus verschiedenen Perspektiven heraus charakterisieren.

"Die Pelzhändlerin" von Ines Thorn

Das Hörbuch „Die Pelzhändlerin“ von Ines Thorn, erzählt vom Leben Luisas, einer jungen emanzipierten Frau, die versucht in der männergeprägten Welt des 15. Jahrhunderts zu leben und sich dort einen Namen zu machen. Wird es ihr gelingen ihren Traum von Ruhm und Ansehen zu erfüllen oder kommen ihr ihre Gefühle dazwischen?

INHALT

Frankfurt am Main, 1462: Kürschnermeister Wöhler erhält einen Brief von dem Kloster, dessen Schule seine einzige Tochter Sybilla besucht. Als er erfährt, dass seine geliebte Tochter verstorben ist, trifft ihn der Schlag. Er stirbt.

Seine Wäscherin Martha, die als einzige von diesem Brief weiß, nimmt ihn unbemerkt an sich.
Der Tod Sybillas und Meister Wöhlers ermöglicht ihr ihre eigene Tochter Luisa an Sybillas Stelle zu setzen. Luisa nimmt ihre Chance an und lernt etwas unsicher ihr neues Leben kennen, in welchem die tote Sybilla sie immer verfolgen wird, denn ihr Unterbewusstsein lässt die „neue Sybilla“ von der echten Sybilla träumen.

Diese Träume bringen die ehrgeizige, junge Kürschnerin, die inzwischen mit Kürschner Jochen Theiler verheiratet ist, dazu, eigene Ideen in den Betrieb einzubringen und in ein Leben zu starten, das selbst für die echte Kürschnerstochter unerreichbar schien.

Die Bürger Frankfurts mögen ihre Ideen jedoch nicht von Anfang an. Sybilla verliert ihr erstes ungeborenes Kind bei einer Rangelei vor ihrem Stand auf dem Marktplatz. Hier lernt sie auch Doktor Isaac Kopper kennen, der im weiteren Verlauf der Geschichte eine immer größere Rolle in Sybillas Leben haben wird. Sybillas Ehe zerbricht beinahe an dem Tod des ungeborenen Kindes. Einige Monate später stirbt Jochen Theiler an der Pest.

Nach dem Tod ihres ersten Gemahlen Jochen Theiler steht Sybilla vor der Wahl, ob sie ihrer Liebe zu Isaac Kopper eine Chance geben oder lieber einen weiteren Kürschnermeister heiraten solle. Sybilla entscheidet sich gegen ihre Liebe zu Isaac und für ihre Karriere.

Kürschnermeister Wolfgang Scherer wird durch die Zunft als Ehegatte ausgewählt und entpuppt sich als echtes Ekel. Sie setzt alles daran diesen Mann auf weite Reisen zu schicken und will ihn so loswerden.

Ihre Kürschnerei hat sich im Laufe der Zeit zu einem Imperium weiter entwickelt und auch Sybilla, eigentlich ist es ja Luisa, entwickelt sich weiter. Ihre unerfüllte Liebe zu Isaac Kopper lässt ihr Herz erkalten und macht sie hart. Kann aus der Liebe Luisas zu Isaac Kopper eine echte Beziehung werden oder wirft ihr das Schicksal weitere Steine in den Weg?

HINTERGRUND

Ines Thorn wurde 1964 in Leipzig geboren. Nach einer Lehre als Buchhändlerin studierte sie Germanistik, Slawistik und Kulturphilosophie und arbeitet heute als freie Autorin. Ines Thorn lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Das ist auch der Ort in dem die Geschichte spielt.

Ines Thorn hat das Leben von Margarethe Weickmann als Grundlage für ihren Roman „Die Pelzhändlerin“ genommen. Der Lebenslauf dieser Frau ließ Spekulationen und eigene Ideen zu, da er nur einen Rahmen für diesen Roman gab, jedoch nicht sehr umfangreich oder detailliert ist und so Ines Thorn überlegen ließ, wie außergewöhnlich das Leben einer selbstbewussten Frau im Mittelalter sein musste.

Dieses Hörbuch ist der erste Teil einer Trilogie, die mit „Die Silberschmiedin“ und „Die Wunderheilerin“ fortgesetzt wird. Die Fortsetzungen wurden jedoch bisher nicht vertont.

Die Vorleserin der Pelzhändlerin, Andrea Hörnke-Trieß, wurde 1957 geboren und studierte Schauspiel an der Otto-Falkenberg-Schule. Seit 1984 arbeitet sie als Sprecherin für verschiedene Rundfunkanstalten, schauspielert jedoch auch noch auf einigen Theaterbühnen.
Ihre Erfahrung als Schauspielerin weiß Andrea Hörnke-Trieß auch in ihren Hörbuch-Interpretationen zu nutzen. Durch ihre eigene Freude am Vorlesen eines Buches gelingt es ihr, die Figuren auch in der Fantasie des Hörers lebendig werden zu lassen.

MEINUNG

Fazit: Das Hörbuch fasziniert durch seine Lebendigkeit. Der Schreibstil von Ines Thorn erlaubt dem Leser sich selbst in die Szenen hineinzuversetzen. Die Beschreibungen der einzelnen Räume und Charaktere geben einen guten Rahmen, welcher die Fantasie des Hörers zu Höchstleistungen antreibt. Zusammen mit der angenehmen und lebhaften Stimme von Andrea Hörnke-Trieß ist ein Meisterwerk gelungen, das dieses Hörbuch einmalig erscheinen lässt.

"Design und Typografie" von Robin Williams

Der Ratgeber "Design und Typografie für dich" von Robin Williams beschreibt auf einfache Weise, wie man eine Papierseite optimal gestaltet.

Insgesamt setzt sich das Buch aus 14 Kapiteln zusammen. Robin Williams gibt bereits im ersten Kapitel eine Überblick über alle vier Prinzipien: Nähe, Ausrichtung, Wiederholung und Kontrast.

WORUM GEHT ES?

Diesen vier Prinzipien ist nach der kurzen Einführung jeweils ein Kapitel gewidmet, in welchem die gestalterischen Probleme verdeutlicht und gezeigt werden (mit Beispielen), in welchem im Folgenden aber auch problemorientierte Lösungen zu finden sind. Denn: "Wer das Problem benennen kann, kennt auch die Lösung".

Auf die fünf Kapitel (Einleitung, detaillierte Darstellung der Verunstaltungen und Lösungswege) folgt in Kapitel sechs ein Rückblick, in dem die wichtigsten Grundsätze noch einmal zusammenfassend auf je einer Seite aufbereitet wurden. Das bereits Gelernte kann durch ein Quiz (wie in einigen der folgenden Kapitel) überprüft werden.

Wie man Farbe zur besseren Gestaltung einer Seite einsetzt, wird erst im siebten Kapitel erklärt, da die "Farblehre sehr komplex werden kann". In diesem Kapitel geht es um die Entstehung von Farben und um die Farbbeziehungen; indem man unterschiedliche Farben nutzt und eine Beziehung herstellt, erzielt man unter-schiedliche Wirkungen.

Kapitel acht geht auf spezielle Tätigkeitsfelder der Gestaltung ein: Visitenkarten, Briefpapier und Umschläge, Flyer, Newsletter, Webseiten u.v.m.

Die Kapitel neun bis elf erklären differenziert das Gestalten mit Schrift und enthüllen die Besonderheiten von Schriftkategorien.

Das zwölfte Kapitel fordert den Leser schließlich auf, das Gelernte anzuwenden. Kapitel 13 löst die zahlreichen Mini-Quizze auf und das 14. Kapitel legt die gestalterischen Ideen des Buches dar und bildet mit Anhang ( mit OpenType, Mini-Glossar und Quellen), Index und "Über dieses Buch" den Abschluss.

MEINUNG

Meiner Meinung nach ist das Buch zur reinen Grundlagenvermittlung optimal geeignet, jedoch vermisse ich die Vertiefung. Aus diesem Grund denke ich, dass das Buch nur für jene geeignet ist, die sich nur einen kleinen Einblick verschaffen wollen.

Für die regelmäßige und alltagstaugliche Anwendung ist das Buch hingegen nur für absolute Laien geeignet, die erst einmal einen guten Stil erlernen möchten.

Ich denke, dass es bessere Lehrbücher gibt. Als Nachschlagewerk hingegen ist es gerade aufgrund der vielen Beispiele optimal und empfehlenswert.

"Die Hüterin der Gewürze" von Chitra Banerjee Divakaruni

Der Roman "Die Hüterin der Gewürze" erzählt Tilos Geschichte: Tilo, die als junges Mädchen zur Hüterin der Gewürze ausgebildet wurde, ist die Besitzerin eines kleinen Gewürzladens in Oakland.

Als Hüterin der Gewürze hat sie die Pflicht Menschen ihrer Kultur zu helfen und ihre Kunden unter Einsatz magischer Formeln und Gewürze wieder glücklich zu machen. Ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse müssen die Hüterinnen jedoch selbstlos aufgeben. Ob Tilo die völlige Selbstaufgabe gelingt, erleben Sie in diesem Buch.

MEINUNG

Ich habe dieses Buch vor Kurzem selbst gelesen und war begeistert, denn dieser Roman hat meiner Meinung nach alles, was ein gutes Buch haben sollte. Dieser Roman lebt durch die Entwicklung der Erzählerin, die zu Beginn sehr kindlich und hochmütig erscheint, sich jedoch zu einer gewissenhaften und kritischen Frau wandelt.

Besonders gut gefiel mir der Alltagsbezug dieses Buches, denn die Kunden des Gewürzladens wirken authentisch und greifbar. Jeder kennt solche Probleme, auch wenn man sie zum Teil nicht selbst erlebt hat.

Die exotische Atmosphäre, welche sich aus der indischen Herkunft der Hüterin ergibt, ist so ausgezeichnet umgesetzt, dass ich mir diese Welt sehr gut vorstellen konnte, als ich dieses Buch las. Die Gewürze konnte ich direkt riechen, sodass ich mir in manchem Kapitel vorkam, als wäre ich Tilo, die jetzt diese Probleme lösen muss.

Auch sprachlich wird diese Atmosphäre gut umgesetzt. Die Autorin benennt die Gewürze mit ihren indischen Namen und gibt auch einige indische Ausdrücke wieder, die aber größtenteils sehr einfach im Glossar erklärt oder übersetzt sind, sodass diese sprachliche Besonderheit zu keinem Verständnisproblem führen dürfte, sondern die exotische Atmosphäre unterstützt.

Ich würde diesen Roman jederzeit auch Freunden empfehlen, die sich für die indische Kultur interessieren.
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